Eigene Shortcodes erstellen – Einsteiger-Guide
Marc Wagner
Dezember 4, 2025
Kurzbefunden, Shortcodes sind ein mächtiges Werkzeug in WordPress, das dir hilft, benutzerdefinierte Inhalte einfach und effizient einzufügen. In diesem Einsteiger-Guide wirst du Schritt für Schritt lernen, wie man eigene Shortcodes erstellt, welche typischen Anwendungen es gibt und wie du sie clever einsetzen kannst.
Was sind Shortcodes? #
Shortcodes sind eine leistungsstarke Funktion in WordPress, die es Nutzern ermöglicht, komplexe Elemente einfach in ihre Inhalte einzufügen, ohne tiefere Programmierkenntnisse zu benötigen. Ein Shortcode ist in der Regel ein Text-Tag, das von WordPress interpretiert und in die entsprechende Funktion umgesetzt wird, wenn eine Seite oder ein Beitrag angezeigt wird. Shortcodes können in Klammern verwendet werden, beispielsweise oder , und sie bieten eine einfache Möglichkeit, multimediale Inhalte und andere Plugins in den Editor zu integrieren.
Die Funktionsweise von Shortcodes ist simpel: Bei der Verarbeitung eines Beitrags erkennt WordPress das Shortcode-Tag und ersetzt es durch den entsprechenden HTML-Code oder das gewünschte Ergebnis. Diese Flexibilität wird in vielen Anwendungen geschätzt. So kannst du beispielsweise mit dem Shortcode in wenigen Sekunden eine Bildergalerie erzeugen, ohne separate HTML-Tags manuell eingeben zu müssen. Ein weiteres nützliches Beispiel ist der ‑Shortcode, der es dir ermöglicht, Audiodateien schnell einzubinden und abzuspielen.
Typische Anwendungsszenarien für Shortcodes sind das Einfügen von Formularelementen, das Erstellen von Call-to-Action-Buttons oder das Darstellen von Widgets an verschiedenen Stellen innerhalb von Beiträgen. Mit Shortcodes wird die Nutzererfahrung auf deiner Website erheblich optimiert, da sie dir ermöglichen, dynamische Inhalte ohne großen Aufwand zu integrieren.
Vorbereitung der Entwicklungsumgebung #
Um mit der Erstellung eigener Shortcodes in WordPress zu beginnen, ist es wichtig, zunächst die Entwicklungsumgebung richtig vorzubereiten. Du benötigst eine funktionierende WordPress-Installation, die auf deinem lokalen oder Web-Server läuft. Zuerst lade dir die neueste Version von WordPress von wordpress.org herunter und folge den Installationsanweisungen. Du kannst auch ein Tool wie XAMPP oder Local by Flywheel verwenden, um WordPress lokal zu installieren.
Sobald WordPress installiert ist, solltest du sicherstellen, dass alle notwendigen Plugins, wie z.B. ein Sicherheits-Plugin und ein Code-Editor für die Arbeit mit PHP, installiert sind. Empfohlene Plugins sind „Code Snippets“, das es dir ermöglicht, PHP-Code sicher und einfach hinzuzufügen, ohne die Dateien deines Themes direkt zu bearbeiten.
Um den WP-Theme-Editor zu nutzen, gehe in deinem WordPress-Dashboard zu „Design“ und dann auf „Theme-Editor“. Hier siehst du eine Liste der Theme-Dateien. Um den Code für deinen Shortcode einzufügen, wähle die functions.php Datei aus. Es ist wichtig, vorher ein Backup dieser Datei zu erstellen, falls etwas schiefgeht.
Praktische Tipps: Teste beim Einfügen von Code immer erst in einer sicheren Umgebung, z.B. auf einer Staging-Site, um sicherzustellen, dass keine Fehler auftreten. Das Testen von Änderungen ist entscheidend, um die Funktionalität der Webseite zu bewahren.
Basis Shortcode erstellen #
Um deinen eigenen Shortcode zu erstellen, befolge diese Schritt-für-Schritt-Anleitung. Zuerst öffnest du den Theme-Editor in WordPress und navigierst zur Datei “functions.php” deines aktiven Themes. Hier kannst du den PHP-Code für deinen Shortcode hinzufügen.
Wir erstellen einen einfachen Shortcode, der benutzerdefinierten Text zurückgibt. Füge den folgenden Code in die “functions.php” ein:
function custom_text_shortcode() {
return "Dies ist mein benutzerdefinierter Text!";
}
add_shortcode('mein_shortcode', 'custom_text_shortcode');
Dieser Code definiert eine Funktion, die den Text zurückgibt. Der Shortcode wird mit add_shortcode registriert. Du kannst diesen Shortcode nun überall in deinen Beiträgen verwenden, indem du einfach [mein_shortcode] eingibst.
Ein weiteres Beispiel könnte ein Shortcode sein, der ein Bild anzeigt. Ändere den Code wie folgt:
function custom_image_shortcode() {
return '<img src="URL_DEINES_BILDES" alt="Mein benutzerdefiniertes Bild" />';
}
add_shortcode('mein_bild_shortcode', 'custom_image_shortcode');
Verwende [mein_bild_shortcode], um das Bild in deinen Inhalten darzustellen.
Häufige Fehler umfassen fehlende Semikolons oder falsche Funktionsnamen. Überprüfe auch, ob die Shortcodes nach dem Speichern der Datei korrekt angezeigt werden. Stelle sicher, dass du den Browser-Cache leerst oder das Plugin für die Cache-Verwaltung deaktivierst, wenn Änderungen nicht sofort sichtbar sind.
Erweiterte Shortcode-Funktionalität #
Um die Funktionalität deiner Shortcodes weiter zu erweitern, kannst du ihnen Attribute hinzufügen. Dies bietet dir die Möglichkeit, zusätzliche Anpassungsoptionen bereitzustellen, die der Benutzer bei der Verwendung des Shortcodes angeben kann. Ein praktisches Beispiel für einen solchen Shortcode könnte einer sein, der die Anzahl der angezeigten Beiträge als Attribut akzeptiert.
Beginnen wir mit der Erstellung eines Shortcodes, der die neuesten Beiträge aus einer bestimmten Kategorie anzeigt. Dabei akzeptieren wir ein Attribut, das angibt, wie viele Beiträge angezeigt werden sollen. Hier ist ein einfaches Beispiel:
function custom_latest_posts($atts) {
$atts = shortcode_atts(
array(
'number' => '5', // Standardwert auf 5 gesetzt
'category' => ''
),
$atts,
'latest_posts'
);
$query_args = array(
'posts_per_page' => intval($atts['number']),
'category_name' => sanitize_text_field($atts['category'])
);
$query = new WP_Query($query_args);
$output = '';
if ($query->have_posts()) {
while ($query->have_posts()) {
$query->the_post();
$output .= '<h2>' . get_the_title() . '</h2>';
$output .= '<p>' . get_the_excerpt() . '</p>';
}
wp_reset_postdata();
}
return $output;
}
add_shortcode('latest_posts', 'custom_latest_posts');
In dieser Funktion definierst du die Standardattribute und verwaltest die Abfrage, um die neuesten Beiträge basierend auf den angegebenen Attributen abzurufen. Du kannst den Shortcode dann verwenden, indem du etwas wie [latest_posts number="3" category="news"] in deinen Beiträgen einfügst, um die drei neuesten Beiträge aus der Kategorie “News” anzuzeigen. Mit dieser Technik erhältst du einen flexiblen und anpassbaren Shortcode, der viel mehr für deine Website bieten kann.
Shortcodes in Widgets und Beiträgen verwenden #
In WordPress kannst du Shortcodes nicht nur in Beiträgen, sondern auch in Widgets und anderen Bereichen deiner Website verwenden, um die Funktionalität zu erweitern. Mit der richtigen Implementierung kannst du so den Inhalt dynamisch gestalten und Benutzererfahrungen verbessern.
Um einen Shortcode in einem Beitrag zu nutzen, füge einfach den Code in den visuellen oder den Text-Editor ein. Zum Beispiel könnte ein Shortcode, der zuletzt veröffentlichte Beiträge anzeigt, folgendermaßen aussehen:
[letzte_beiträge]
Wenn du die Shortcodes in Widgets verwenden möchtest, kannst du das Standard-Text-Widget verwenden, das HTML- oder Shortcode-Verarbeitung unterstützt. In der Widget-Ansicht wählst du “Text” aus und fügst deinen Shortcode ein, um spezifische Inhalte direkt in deiner Sidebar oder Fußzeile anzuzeigen.
Beispiele für nützliche Shortcodes sind Wertschöpfung, wie der folgende, der eine Kontaktinformation anzeigt:
[kontakte name="Max Mustermann" email="[email protected]"]
Wenn Shortcodes nicht funktionieren, kann dies oft an verschiedenen Faktoren liegen, wie z.B. Fehlkonfigurationen in deinem Theme oder dem verwendeten Editor. Überprüfe, ob der Shortcode korrekt registriert ist und ob der richtige PHP-Code geladen wird. Es ist ratsam, die Shortcode-Dokumentation deines Themes oder Plugins zu konsultieren und sicherzustellen, dass du das Standard-Widget zur Verwendung von Shortcodes eingerichtet hast.
Fehlerbehebung bei Shortcodes #
Fehler bei der Arbeit mit Shortcodes sind häufig und können frustrierend sein. Ein typisches Problem ist die Fehlermeldung “Der Shortcode ist ungültig.” Dies passiert oft, wenn du den Shortcode nicht korrekt in deinem Beitrag oder Widget einfügst. Achte darauf, dass der Shortcode in eckigen Klammern geschrieben ist, z.B. [mein_shortcode], und keine zusätzlichen Leerzeichen oder Tippfehler enthält.
Ein weiteres häufiges Problem ist, dass Shortcodes nicht gerendert werden, wenn dein Theme oder Plugin inkompatibel ist. Um dies zu diagnostizieren, deaktiviere vorübergehend andere Plugins oder wechsle zu einem Standard-Theme, um zu sehen, ob das Problem weiterhin besteht. Wenn der Shortcode wieder funktioniert, kommt das Problem von der Inkompatibilität.
Wenn dein Shortcode Ergebnisse liefert, die nicht wie erwartet sind, überprüfe die Parameter, die du übergibst. Ein Beispiel könnte sein, dass du vergisst, die richtigen Attribute zu setzen, wie z.B. [mein_shortcode attribut=“wert”]. Falsche oder fehlende Attribute können dazu führen, dass der Shortcode nicht die erwarteten Inhalte anzeigt.
Ein praktisches Beispiel: Wenn du einen Shortcode für eine Galerie erstellt hast und keine Bilder angezeigt werden, vergewissere dich, dass die IDs der Bilder korrekt und die Bilder hochgeladen sind.
Für eine effektive Fehlersuche kannst du auch die Debugging-Funktion von WordPress aktivieren, um weitere Informationen zu den Fehlern zu erhalten.
Best Practices für die Verwendung von Shortcodes #
Um das Beste aus deinen Shortcodes herauszuholen und ihre Leistung sowie die Benutzererfahrung zu optimieren, ist es wichtig, bewährte Methoden zu befolgen. Ein zentraler Aspekt ist die Namensgebung deiner Shortcodes. Verwende erkennbare und prägnante Namen, die ihre Funktion klar widerspiegeln. Zum Beispiel könnte ein Shortcode für ein Kontaktformular contact_form heißen. Vermeide allgemeine Namen wie form oder button, um Verwechslungen zu verhindern.
Die Dokumentation deines Codes ist ebenfalls unerlässlich. Schreibe Kommentare zu jeder Funktion, um ihre Verwendung zu erklären. Dies erleichtert nicht nur die Wartung, sondern hilft auch anderen Entwicklern (oder dir selbst in der Zukunft), schneller zu verstehen, was dein Shortcode tut.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Organisation deines Codes. Halte deine Shortcodes in einer speziellen Datei oder innerhalb einer bestimmten Funktionalität zusammen. Beispielsweise könntest du alle Shortcodes in einer Datei namens shortcodes.php ablegen und sie in deiner functions.php einbinden:
include_once('shortcodes.php');
Für eine effiziente Implementierung könntest du auch eine Parameterfunktion für Funktionsaufrufe nutzen:
function my_custom_shortcode($atts) {
$atts = shortcode_atts(
array(
'title' => 'Standard Titel',
),
$atts,
'my_shortcode'
);
return '<h2>' . esc_html($atts['title']) . '</h2>';
}
add_shortcode('my_shortcode', 'my_custom_shortcode');
Diese Vorgehensweisen helfen dir, deine Shortcodes sauber und effektiv zu verwalten und gleichzeitig die Benutzererfahrung auf deiner Website zu verbessern.
Fazit #
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Erstellen eigener Shortcodes eine wertvolle Fähigkeit für WordPress-Nutzer ist, um die Funktionalität ihrer Seiten zu erweitern. Mit den in diesem Guide gelernten Techniken bist du nun in der Lage, Shortcodes effektiv zu nutzen und deinen individuellen Bedürfnissen anzupassen.
Wie Forge12 mit solchen Themen arbeitet
Forge12 betreibt und verantwortet umsatzkritische WordPress- und WooCommerce-Systeme im laufenden Betrieb. Bevor wir Systeme übernehmen oder weiterentwickeln, analysieren wir sie vollständig – technisch, strukturell und betrieblich. Das System Audit ist der Einstiegspunkt für jede Zusammenarbeit.
Artikel von:
Marc Wagner
Marc Wagner ist Gründer der Forge12 Interactive GmbH und verantwortlich für Betrieb, Absicherung und Weiterentwicklung umsatzkritischer WordPress- und WooCommerce-Systeme.
Seit über 20 Jahren arbeitet er an Websites, Online-Shops und individuellen Softwarelösungen – vom Mittelstand bis zu Strukturen börsennotierter Unternehmen. Sein Fokus liegt nicht auf Projekten, sondern auf dauerhaftem Betrieb: stabile Systeme, klare Verantwortlichkeiten und technische Entscheidungen mit wirtschaftlicher Konsequenz.
Bei Forge12 begleitet er Unternehmen, die ihre Systeme nicht nur bauen, sondern langfristig sicher betreiben und automatisieren wollen.

